Freie Musik

Freie Musik /musikalische Improvisation

„Improvisation ist nicht nur ein musiktherapeutisches Arbeitsprinzip, nicht nur eine Haltung, nicht nur Abbild unseres Umgangs mit Personen, Sachen und uns selbst, und wie sonst noch kluge Sätze lauten mögen.

Improvisation ist doch immer und zuerst Musik in Reinkultur, ohne regulative Begrenzung, ohne Nutzen für irgendetwas und für irgendwen. Sie ist zweckfrei und eine Zeit, in der unsere Würde als ästhetische Wesen Geltung gewinnt, frei von Zielen, Aufgaben, Pflichten und Plänen, aber beseelt mit jener ungeheuren Gewissheit, dass wir irgendwo im Ungewissen zwar, aber jedenfalls dort landen werden, wo es gut sein wird.”

Diese Sätze stammen von einem meiner ehemaligen Lehrer, Prof.Hartmut Kapteina und ich finde, treffender kann man das Wesen der freien Musik kaum beschreiben.

“Wir treffen uns im Klang.”

Ich möchte alle an Selbsterfahrung und freier Musik interessierten Menschen zu Improvisationstreffen einladen; der Name ist dabei Programm.

Im geschützten Rahmen geht es hierbei um musikalische Improvisation wie sie im Folgenden beschrieben wird, mit Musikinstrumenten aus aller Welt und achtsamen Miteinander. Vorkenntnisse sind hierbei nicht erforderlich. Jedoch die Bereitschaft, zuzuhören, sich einzubringen, sich auf die Gruppe einzulassen, Freude am Klang und die Lust auf experimentelle Musik. „Spielimpulse”, durch die sich ein intensives musikalisches Geschehen und Erleben entfalten kann werden individuell auf die Gruppe abgestimmt.

Das Nachspüren, Sharings und Teepausen sind auch mit dabei, WILLKOMMEN !

Nächster Termin am Fr, den 27. 01. 17 von 19 – 21.30 Uhr: MUSIK DES AUGENBLICKS – Improvisationen mit Instrumenten aus aller Welt – musikalische Experimente für jede/n auch ohne Vorkenntnisse- von der Klangfülle in eine Stille mit Tiefgang…. Ort: Leutkirch, auf Spendenbasis

Weitere TERMINE BEI BEDARF UND AUF ANFRAGE

 

„DIE WELT IST KLANG” sagte schon und nicht nur Berendt. Klang ist alles was schwingt, alles was ist. Denn auch in der organischen und anorganischen Natur gibt es Abertausende von Klängen, Geräuschen, Melodien …Und musikalisch sind wir alle, denn wir sind als hörende, klingende Wesen mit klopfendem Herzen in eine schwingenden Welt hineingeboren worden.

Das Gestalten freier Musik besteht also nicht nur im Zusammenfügen wohltemperierter Klänge, Tonfolgen und Harmonien, ist nicht nur eine spontane Wiedergabe erlernter Rhythmen, es ist weit mehr …

Es ist der wertungsfreie Umgang mit Klängen, Tönen, Rhythmen, Geräuschen…. Stille. Ein Hin-hören und in Kontakt treten mit Innen und Aussen, und darin den eigenen Impulsen mit oder ohne Bezug auf eine Idee folgen und Raum geben. Verbindungen finden und Lösungen, Wendungen und Wandlungen. Auch mal ein sich treiben lassen im Fluss der Töne, WiederHolung erfahren und ErHolung genießen.

In diesem Raum können wir gestalten und geschehen lassen. Schöpfend aus Stille und Klang erleben wir, wie sich aus ersten Impulsen heraus etwas zaghaft ent-wickelt, und lernen dem zu vertrauen, was da entsteht und sich im Zusammenklang begegnet.
Zum Entstehungsprozeß einer freien Musik gehört ein Ein-lassen und Herein-lassen, denn diese Art des Musizierens (besonders auch) gemeinsam mit (vllt. unbekannten ) Menschen ist jedesmal ein Wagnis, eine Expedition. Spielend und schöpfend, zweckfrei und doch gestaltend an einem unendlichen Meer der Möglichkeit finden wir uns ein und (er)finden eine klingende Form jenseits der Worte.

Unsere Persönlichkeit müssen wir dabei nicht zugunsten einer „schönen” Musik ablegen, unsere Person darf hineinwirken bzw. sie tönt immer mit (personare (lat.)heißt hindurchtönen) Und das ist gut so!

Freiräume und Spielräume sind not-wendig für uns Menschen. Die freie Musik ist eine der Möglichkeiten, sich einem kreativen Prozess hinzugeben. Dadurch finden wir Ausdruck, Nähe und Nahrung für unsere Seele im Klangraum. Manches mal können wir sogar (Er-)Lösungen finden in der Musik und heilsame Impulse. Nicht allein im klingenden Ton, auch im Rauschen einer Stille, können wir mit uns selbst, miteinander und mit den Kräften der Natur in KonTakt treten.

Was dabei wohl entstehen wird? Die Skeptiker befürchtet sinnleeres Chaos? Nein. Das Gegenteil ist der Fall.

Denn auf zutiefst sinnliche Weise entstehen z.B. fliessende Tonteppiche, tragende Rhythmen, fragile Klanggebilde, klingende Befindlichkeitsspiegel, musikalische Begegnungen, Klanggespräche, Engelsmusiken, archaische Klangkulissen, klingende Landschaften und Gefühle, musikalische Lebensläufe, Klangbilder, bildhafte Klangcollagen, Tonklekse, Sternentöne……. magische Momente und ganze Geschichten.

Immer wieder ist es eine schöne Erfahrung, sich klingend auch in eigene innere Räume zu bewegen und sich selbst dort zu begegnen. Hören ist auch ein Lauschen und Spüren, nicht allein durch die Ohren, denn der ganze Körper ist dabei beteiligt.
Im Anschluss an die freie Musik kann diese in einem Redekreis jenseits von Bewertungen achtsam betrachtet und Resonanzen nachspürend reflektiert werden!

Wer auch immer du bist, was auch immer entsteht. Bring dich ein! Steig ein in deinen kreativen Fluss! Du darfst dich hörbar machen und kannst dich hören lassen !